Riesen-Rosengarten

Wer schon einmal im Hotel König Albert zu Gast war, kennt das Bild, das jedes Zimmer schmückt: Drei Damen spazieren im Sonnenschein durch den Rosengarten. Das Motiv stammt von einer historischen Postkarte und zeigt Kurgäste in früheren Zeiten. Damals war Bad Elster ein Hot Spot der feinen Gesellschaft, die zur Sommerfrische und für Kuranwendungen ins Vogtland kamen. Die Innenarchitekten, die unser Hotel einrichteten, ließen die Postkarte als Printdruck gestalten und in jedes Gästezimmer hängen. Noch einen Schritt weiter ging die junge Künstlerin Laura Baschin im vergangenen Jahr: sie fertigte für das Foyer des Hotel König Albert ein Riesen-Gemälde der Vorlage – sage und schreibe 6 Meter lang und 1,60 Meter breit! Dieses überdimensionale Kunstwerk begrüßt nun jeden, der das Vier-Sterne-Superior-Haus betritt (derzeit sind das Pandemie-bedingt leider nur ein paar Mitarbeiter, die zur Arbeit ins geschlossene Hotel kommen, aber das wird sich hoffentlich wieder ändern). Ich habe Laura bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut und war bereits von ihrem Handwerkszeug beeindruckt: ein Pinsel, so groß wie ein Besen, Eimer voller Farbe und eine hohe Leiter, auf die sie immer wieder klettert, um zu sehen, wie das Bild aus der Entfernung wirkt, sind ihr Material. Nicht nur künstlerisches Talent, sondern auch detektivischer Forschergeist und Einfühlungsvermögen waren bei der Erstellung des Gemäldes vonnöten. „Bei dieser Dimension sind Details, die man im Kleinen gar nicht so genau erkennt, plötzlich wichtig“, erklärte mir Laura, die Theatermalerei studiert. „Ich muss beispielsweise schauen, um was für Bäume im Hintergrund es sich handelt und versuchen, aus den Silhouetten auf ihre Art zu schließen, um sie richtig darstellen zu können. Bei den Kleidern der drei Damen ist es ähnlich – ich gehe den Fragen nach, was man zu dieser Zeit trug und worauf ich achten muss.“ Ich hoffe, Sie können sich bald selbst einmal bei einem Besuch im Hotel König Albert davon überzeugen, dass Laura das wunderbar gelungen ist!

Copyright: Tim Hard

Was der schläfrige Elefant im Hotel zu suchen hat

Wer in den vergangenen Monaten, als das Hotel nicht in der Corona-Pause war, einmal unser Haus besucht hat, hat ihn sicher gesehen: den schläfrigen Elefanten. Und natürlich auch seine Kumpane, die Köpfe „kiss or bite“ oder das Schiff „between water and wind“ – gemeint sind die wunderbaren Skulpturen, die das Hotel König Albert verschönern. Dabei handelt es sich um eine Ausstellung des jungen Bildhauers Felix Hafner, der seine Werkstatt in Leipzig hat. Ich habe den Künstler einmal gefragt, wie er dazu gekommen ist… Er war zwölf Jahre alt, als er in einem kleinen Verschlag das Werkzeug seines Ur-Opas fand. Bohrer, Hammer, Stemmeisen und weitere Teile, die ein Tischler benötigt. Weil ihn die Sachen faszinierten, begann der Junge, die Funktionsweise der Geräte herauszufinden und mit Holzstücken zu experimentieren… und sein Berufswunsch, mit Holz zu arbeiten stand fest. Heute stehen die Werke von Felix Hafner bei Kunstliebhabern hoch im Kurs und auch einige unserer Gäste haben sich schon ihre Lieblings-Skulptur reservieren lassen. Den schläfrigen Elefanten hat der Künstler übrigens extra für unser Haus ausgesucht. „Der Elefant ist über Zeit und Vergänglichkeit erhaben, Momentaufnahmen sind ihm nicht so wichtig. Damit passt er nach Bad Elster, das mit seiner langen Geschichte und Tradition als Weltbad nach der Wende nahezu in Vergessenheit geraten ist.“

Schöne Überraschung!

Jetzt, so ohne Gäste, ist es sehr ruhig im Hotel König Albert. Und auch viele Kollegen sind in Kurzarbeit und nicht im Haus. Deshalb hatte ich mir für heute Vormittag vorgenommen, den Zeitschriftenberg, der sich auf meinem Schreibtisch angehäuft hat, abzuarbeiten. Mit einer Tasse Kaffee habe ich begonnen loszuschmökern… Ich war ungefähr in der Mitte des Stapels angekommen und nahm mir die BUNTE Reisen Special vom Herbst 2020 vor. „Wow, das gibt’s doch nicht“ – zum Glück alleine auf weiter Flur – hörte niemand meinen Aufschrei. Im Hochglanz-Magazin sah ich auf Seite 33 oben einen vertrauten Anblick: das wunderschön nächtlich beleuchtete Hotel König Albert! Darunter die Überschrift „Gesunde Thermen & Kultur“ und ein Text, der mir – wäre ich nicht schon vor Ort – unglaublich Lust machen würde, hierher zu kommen. Ich blätterte ein paar Seiten zurück. Der Beitrag über unser Haus ist Teil eines Artikels über „Neue Kraft schöpfen“. Zehn besondere Orte, die sich ideal für einen Erholungsurlaub eignen, werden darin vorgestellt und wir sind dabei! Was für eine Freude! Am liebsten wäre ich mit dem Magazin in der Hand durch’s ganze Haus gelaufen und hätte es jedem Kollegen gezeigt… wären wir nicht gerade im Lockdown… So berichte ich eben an dieser Stelle davon 🙂

Kunst statt Corona-Blues

Die Geschichte von Lakmal Prasad, unserem Barkeeper, der während des ersten Lockdowns entdeckte, dass er malen kann, ist ein positiver Lichtblick in der Corona-Zeit. Wer schon einmal im Hotel König Albert zu Gast war, kennt ihn sicher: stets gut gelaunt und freundlich, steht der Mann aus Sri Lanka hinter der Theke und mixt köstliche Cocktails. Dabei ist er sehr kreativ, auch bei der Namensgebung für die Drinks. „Nepomuk Spezial“, „Rose Sisi Abend“ oder „Sonnentanz in Bad Elster“ heißen beispielsweise seine Kreationen. „Cocktails zu mixen ist mein Leben, ich liebe diese Arbeit“, antwortet Lakmal gerne, wenn man ihn nach seiner Motivation fragt. Umso trauriger war er, als Mitte März 2020 das Hotel schließen musste. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, ermunterte ihn Michael Börner, selbst gerade dabei, die Wände des Hotels mit frischer Farbe zu versehen, Bilder zu malen. „Wäre es nicht schön, wenn an diesen weißen Wänden einige Werke von Dir hängen würden?“ So angespornt, besorgte sich der Barmann Leinwand und Ölfarbe und fing an, sich als Künstler zu versuchen. Das Ergebnis ließ uns alle staunen: Lakmals Bilder sind ebenso schön wie seine Cocktails! Micha Börner hielt Wort und ließ einige der Werke an die Wände hängen. So können sich unsere Gäste von der zweiten Leidenschaft unseres Barkeepers überzeugen! Ich bin sicher: nach diesem zweiten Lockdown wird Lakmal wieder weitere faszinierende Bilder geschaffen haben!

Wer war eigentlich Carl August Klingner?

Wie oft habe ich schon die Adresse Carl-August-Klingner-Straße 1 geschrieben oder gesagt – in den vergangenen drei Jahren sicher einige hundertmal, denn schließlich steht das Hotel König Albert just an dieser Stelle. Unbewusst habe ich mich dabei immer wieder gefragt, wer sich wohl hinter diesem klangvollen Namen verbirgt. Ein Musiker? Das würde zum Vogtland und der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster passen. Aber falsch – Carl August Klingner war ein Apotheker, der von 1884 bis zu seinem Tod 1923 die Elsteraner mit allerlei Pülverchen und Heilmitteln versorgte. Allerdings inspirierte ihn der Ort auch zur Schriftstellerei und der Apotheker schrieb in seiner freien Zeit Bücher über Bad Elster, Bühnenstücke und Lieder. Für die Kurgäste und die Hofgesellschaft um König Albert engagierte sich der rührige Wahl-Elsteraner, der 1858 in Potsdam geboren wurde, ebenfalls. So organisierte er die Festspiele im Naturtheater und half mit, die königlichen Festlichkeiten und Jagden vorzubereiten. Das Brunnenfest, das immer noch jedes Jahr in Bad Elster stattfindet, geht ebenfalls auf Carl August Klingner zurück, der in diesem Jahr 160 Jahre geworden wäre.

Foto: Adresse mit spannender Geschichte – das Hotel König Albert, Carl-August-Klingner-Straße 1 in Bad Elster.
Copyright: Daniel Unger

Berühmter Gast – Reiner Calmund

Auch Nicht-Fußball-Fans kennen ihn – aus Kochshows wie „Grill den Henssler“ (die übrigens 2019 fortgesetzt wird), wo er als Jurymitglied verkostet, humorvoll kommentiert und bewertet: Reiner Calmund. Als der prominente Genießer und Feinkost-Experte vergangenes Jahr bei uns im Hotel König Albert Station machte, offenbarte er eine weitere Leidenschaft: Autos. Er besuchte das August Horch Museum in Zwickau. Dieses wurde kurz zuvor erweitert und präsentiert nun in der Dauerausstellung den Rennsport in den 1920er und 30er Jahren, als sich die Silberpfeile jagten, sowie den Automobilbau in Zwickau nach dem Krieg. „Calli“ wie Viele ihn nennen, ist für seine originellen und spontanen Sprüche bekannt und dabei auch oft selbstironisch: „Sie dürfen nicht so verkopft sein. Sie müssen aus dem Bauch reagieren. Sehen Sie mich an!“ Das merkt man auch bei der Lektüre seines kulinarischen Lebenslaufs „Eine Kalorie kommt selten allein“.

Copyright: S. Pick

Wir feiern den Rhododendron

Meine beiden Rhododendron-Pflanzen haben den Winter gut überstanden und blühen wunderschön. In diesem Jahr sogar beide gleichzeitig 🙂 Gerade rechtzeitig zu ihrer Party! Denn am Wochenende findet das erste Rhododendronfest in Bad Elster statt. Auf einem großen Garten- und Naturmarkt kann man sich über die Pflanzen informieren und natürlich auch einige schöne Exemplare erwerben ( vielleicht bekommen meine beiden Stöcke noch Zuwachs 😉 ). Es wird Sonderführungen durch die historischen Parkanlagen geben und Vorträge der Deutschen Rhododendron-Gesellschaft. Und wie es sich für die Kultur- und Festspielstadt natürlich gehört, jede Menge Musik sowie einen Oldtimer-Korso. Volles Programm also!

Bad Elster im TV

Diese Woche gab es im Fernsehen einen Doku-Film über Bad Elster, der in der ARD Mediathek abrufbar ist. Der MDR geht in dem vierminütigen Beitrag der Frage nach, wie sich diese doch recht kleine Stadt (ca. 3.500 Einwohner) ein eigenes Orchester leisten kann. Meist nimmt man als Bewohner eines Ortes dessen Besonderheiten ja gar nicht so richtig wahr. Für mich und viele meiner Kollegen im Hotel König Albert ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass in Bad Elster kulturell ständig etwas los ist. Dass hier Musiker aller Genres Konzerte geben, dass man hier Violin-Virtuosen ebenso hören kann wie Jazz-Künstler oder Rockbands. In der TV-Sendung wird deutlich, dass dahinter viel Arbeit und Engagement sowie ein kluger Schachzug stecken.

Foto: CVG

Das älteste Hotel der Welt

Seit wann gibt es eigentlich Hotels? – Diese Frage haben wir uns im Hotel König Albert letztens gestellt. Ich habe dann etwas recherchiert und bin auf eine faszinierende, aber auch traurige Geschichte gestoßen:

Das älteste Hotel der Welt gibt es seit 718! Das heißt, das Houshi Ryokan in Japan feiert im nächsten Jahr Jubiläum und besteht dann seit 1.300 Jahren! Ein buddhistischer Mönch baute über einer heißen Quelle einen Tempel und ein daran anschließendes Gästehaus. Er adoptierte einen Jungen, den er Zengoro nannte. Seit dieser Zeit, führen dessen Nachkommen das Houshi Ryokan – stets wird der erstgeborene Sohn der Inhaber – derzeit ist der 46. Zengoro Houshi an der Reihe. Der bereits ältere Herr baute seinen Sohn als Nachfolger auf, doch dieser starb unerwartet mit Mitte 40. Nun soll – nach dem Willen der Eltern – die Tochter heiraten, damit ihr Mann in die Houshi-Familie aufgenommen werden und das Hotel übernehmen kann. In einem Film, den der Visual Journalist Fritz Schumann vor drei Jahren drehte, kann man in die Welt der Houshis, die so ganz anders ist als unsere, eintauchen. Da sieht man die ankommenden Gäste, die als erstes in Hausschuhe schlüpfen… da erzählt der Vater davon, wie er im Hotel aufwuchs und in den Zimmern Verstecken spielte… da ist von arrangierten Ehen die Rede und die Tochter gesteht, dass sich ihre Vorstellungen nicht mit denen ihrer Eltern decken…

Aschenbrödel in Bad Elster und Moritzburg

Für viele gehört er zu Weihnachten wie der geschmückte Baum: der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ hat Kultstatus. Vom 10. bis 12. Dezember gastieren die Landesbühnen Sachsen mit dem gleichnamigen Musical im König Albert Theater in Bad Elster. Die Inszenierung von Manuel Schöbel wird mit zahlreichen Songs und der originalen Filmmusik von Karel Svoboda auf die Bühne gebracht. Eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit!

Der tschechisch-deutsche Märchenfilm wurde übrigens 1973 auf Schloss Moritzburg gedreht. Die beeindruckende Schlossanlage liegt rund 15 Kilometer nördlich von Dresden und sieht so aus, wie man sich ein Märchenschloss vorstellt: dicke trutzige Mauern, runde Türme, gekrönt von roten Dach-Mützen, eine große Teichlandschaft und ein ausgedehnter Schlosspark drumherum – kein Wunder, dass die Filmcrew dort eine ideale Szenerie vorfand. In den Wintermonaten gibt es auf Schloss Moritzburg immer eine Ausstellung zum Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, in diesem Winter hat sie bis 25. Februar 2018 geöffnet. Besucher erfahren dabei Hintergrundgeschichten zum Dreh, entdecken nachgestellte Filmszenen, Originalkostüme und Requisiten. Zudem läuft ein umfangreiches Begleitprogramm mit Filmvorführungen, historischem Tischtheater, Backofentagen in der Schlossküche und abendlichen Rundgängen mit dem Kurator der Ausstellung. Der 3-Haselnüsse-Ball am 17. März 2018, bei dem man sich wie in die Ball-Szene gebeamt fühlt, beendet dann die Aschenbrödel-Saison.
Foto: Schloss Moritzburg im Schnee – Bild: Schlösserland Sachsen, Hilsky (www.schloesserland-sachsen.de)