Willkommen bei unserem Blog!

5 Dinge, die Irland und das Vogtland gemeinsam haben

Der bevorstehende Auftritt von The Cluricaune, einer Irish-Folk-Band, nächste Woche in Bad Elster hat mich dazu gebracht, wieder einmal die Bilder von meinen Irland-Aufenthalten anzusehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich mein erklärtes Lieblings-Reiseziel und das Vogtland in einigen Punkten sehr ähneln!

– Die Farbe grün: Beide werden von saftigen Wiesen dominiert. Nicht umsonst nennt man Irland auch die Grüne Insel und wenn man durch das Vogtland fährt, sieht man viele sanfte grüne Hügel, die sich aneinanderschmiegen. Ob Irish Tourist Board oder der Tourismusverband Vogtland – beide werben mit grünem Signet.
– Die Schafe: Diese Landschaft ist natürlich für die Haltung von Schafen prädestiniert. In Irland so sagt man, gibt es mehr Schafe als Menschen und im Vogtland waren es die wolligen Tiere, die die Basis für die so wichtige Textilproduktion schufen.
– Die Kartoffel: In Deutschland waren es die vogtländischen Bauern, die als Erste die nahrhafte Knolle anbauten, die noch heute einen hohen Stellenwert auf dem Speiseplan hat. Für die Iren hat die Kartoffel eine noch größere Bedeutung. Für die vielen armen Bauern war sie lange Zeit das Nahrungsmittel, das das Überleben sicherte. Als ein Pilz über Jahre die Ernten zerstörte, kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Great Famine, der Großen Hungersnot, die einschneidende Folgen hatte: eine Million Iren starben, zwei Millionen wanderten aus. Noch heute ist die Great Famine in den Köpfen der Iren und Kartoffeln werden oft und in vielen Variationen gegessen.
– Der Rhododendron: Während die wunderschön blühende Pflanze in Bad Elster mit ihrer Blütenpracht alle erfreut, sind die immergrüne Gewächse in Irland eine Plage, da sie die einheimische Flora verdrängen. Seit Jahrzehnten versuchen die Iren dieser Herr zu werden. Im Killarney Nationalpark wurden bereits 700.000,- Euro für die Bekämpfung investiert! Und Anfang des Jahres forderte ein Abgeordneter gar einen Militäreinsatz gegen die Pflanze!
– Die Musik: Viele Iren sind sehr musikalisch und singen gerne. Ich kann mich noch an meine erste Tour über die Insel erinnern, als der Fahrer des Kleinbusses immer fröhlich traditionelle Lieder sang und seine Passagiere damit bestens unterhielt. Auch im Vogtland spielt Musik eine zentrale Rolle. Markneukirchen, nur wenige Kilometer von Bad Elster entfernt, ist der Musikwinkel Deutschlands. Der Ort ist das Zentrum des Orchester-Instrumentenbaus – Hersteller nahezu aller Musikinstrumente finden sich hier und die Leute sind entsprechend musikalisch.

The Cluricaune kommt übrigens nicht aus Irland, sondern aus dem nicht weit vom Vogtland entfernten Limbach-Oberfrohna. Der Bandname bezieht sich auf einen Gnom aus der irischen Mythologie. Vielleicht fallen mir beim Konzert noch einige weitere Dinge auf, die Irland und das Vogtland gemeinsam haben. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Irish Folk-Abend am 1. August im Theatercafé des König Albert Theaters.

Balance-Akt mit rohen Eiern

Es gibt viele Kollegen, die ich für ihre Fähigkeiten bewundere. Die Köche, die im Handumdrehen ein köstliches Gericht zaubern, die Mitarbeiter vom Housekeeping, die ein Zimmer ruckzuck blitzblank bekommen und vor allem auch die Leute, die im Service arbeiten. Während ich schon ganz kirre werde, wenn ich zuhause einen Teller Suppe von der Küche zum Esstisch bringe – das Ganze irgendwie verkrampft haltend, den Blick starr auf den schwankenden Inhalt gerichtet und kleine Schritte machend – queren die Kollegen drei Teller balancierend und entspannt lächelnd das komplette Restaurant. Elegant bringen sie die Speisen zu den Gästen, servieren geschickt und haben dabei alles im Blick. Hindernisse wie Stühle, die plötzlich nach hinten geschoben werden, ahnen sie bereits im Voraus und umschiffen sie galant. Aus den Augenwinkeln werden leere Gläser am Nebentisch entdeckt, Gästewünsche im Vorbeigehen registriert und Bestellungen auf dem Rückweg zur Küche abgegeben. Ein Job, der viel Konzentration und Kondition verlangt. Nicht umsonst meinte letztens Michelle, die liebend gerne im Service tätig ist, dass sie sich dadurch Sport in ihrer Freizeit spart. Sie hat mir übrigens auch erzählt, wie sie das richtige Tragen in ihrer Ausbildung lernte: mit rohen Eiern, die auf den Tellern platziert wurden! Ich werde es lieber nicht ausprobieren…

Sauna im Sommer?

Der Sommer ist angekommen in Bad Elster – mit herrlichem Sonnenschein und heißen Temperaturen. Die meisten unserer Gäste schnappen sich gleich nach dem Check-in die Badetasche, die bei ihrer Ankunft schon fertig gepackt im Zimmer steht, und los geht’s ins Albert Bad. 10.500 qm Wellness-Landschaft mit 1.000 qm erfrischender Wasserfläche – wie kann man den Urlaub schöner beginnen, als mit ein paar Runden im kühlen Nass?
Nun gibt es auch zahlreiche Saunen im Albert Bad und der Soletherme, die direkt am Hotel König Albert angeschlossen sind. In letzter Zeit haben mich einige Gäste gefragt, ob man denn einen Saunagang auch im Sommer empfehlen kann. Ich habe diese Frage an Silvia Sommer weitergegeben. Die immer gut gelaunte Dame mit dem passenden Namen ist Abteilungsleiterin Therapie & Gesundheit bei der Sächsischen Staatsbäder GmbH und genau die richtige Ansprechpartnerin dafür. Ihre Antwort lautet: Ja, auf jeden Fall! Denn auch im Sommer ist der Körper durch Zugluft und klimatisierte Räume anfällig für Erkältungen. Und wer regelmäßig in die Sauna geht, stärkt seine körpereigene Abwehr. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Körper durch regelmäßiges Saunieren lernt, sich rasch auf extreme Temperaturschwankungen einzustellen. Das hat den positiven Effekt, dass schwüle Sommertage nicht mehr als so anstrengend und ermüdend empfunden werden. Und zum Dritten wird die Durchblutung gefördert. Das plötzliche Zusammenziehen der Hautgefäße beim Abkühlen durch einen kalten Guss oder Eis strafft die Haut und kurbelt auch die Entschlackung an. So werden Wasserablagerungen vermieden.
Apropos Wasser: Natürlich sollte man beim Saunieren gerade im Sommer viel trinken!
Also auf geht’s zu einer gesunden Runde Extra-Schwitzen!

Foto: Sächsische Staatsbäder GmbH/ I.Pastierovic

Plauen feiert die Spitze

„Spitzenstadt“ wird häufig als Synonym für Plauen verwendet, denn die vogtländische Stadt war einst dank der Spitzen-Herstellung um einiges größer als heute. Besucher können das heute noch gut an dem überdimensionalen Rathaus erkennen, dessen Ausmaße für eine Metropole reichen würden. Vor einiger Zeit habe ich das Spitzenmuseum besucht und mir von Jürgen Fritzlar erklären lassen, wie es zu diesem Boom gekommen ist. Ausgangspunkt war die hügelige Landschaft, in der man schon immer Schafe hielt und deren Wolle dann zu Tuchen verarbeitete. Als man mit den Produkten aus England, die mit Webmaschinen hergestellt wurden, nicht mehr mithalten konnte, hatten findige Köpfe die Idee, das Tuch mit Mustern, die von Hand aufgestickt wurden, zu verschönern. „Das war eine Notlösung, um überleben zu können“, erzählte mir Jürgen Fritzlar, „und sie sollte für das Vogtland enorme Auswirkungen haben: Kaufleute schickten wertvolle Stoffe nach Plauen, um sie hier besticken zu lassen. Die Nachfrage war so hoch, dass man kaum mehr nachkam.“
Wie zuvor in England, half auch im Vogtland die Technik: 1858 wurde die mechanische Stickmaschine eingeführt und die Region entwickelte sich sprunghaft. In weniger als 50 Jahren wurde aus dem überschaubaren Ort Plauen eine Großstadt. 1912 wohnten dort 128.000 Einwohner – die doppelte Menge als heute! Das riesige Rathaus wurde erbaut und ganze Straßenzüge mit viergeschossigen Jugendstilgebäuden entstanden, in denen die Arbeiter der Stickereien im Schichtbetrieb schliefen. Die Spitze zierte die Kleider der Damen, die sich diesen Luxus leisten konnten, und 1900 erhielt das „Wunder der Plauener Mischung“ auf der Weltausstellung in Paris sogar den Grand Prix.
Noch heute ist die Plauener Spitze ein Qualitätssiegel und eine Premium-Marke. Zahlreiche junge Designer haben die Spitze wiederentdeckt und kreieren damit aufsehenerregende Kollektionen. Ein Beispiel ist das Label Frieda & Elly der Modespitze Plauen (s. Foto). Kein Wunder also, dass die Spitze in Plauen ihr eigenes Fest hat – es findet vom 16. bis 18. Juni 2017 statt.