Bad Elster im TV

Diese Woche gab es im Fernsehen einen Doku-Film über Bad Elster, der in der ARD Mediathek abrufbar ist. Der MDR geht in dem vierminütigen Beitrag der Frage nach, wie sich diese doch recht kleine Stadt (ca. 3.500 Einwohner) ein eigenes Orchester leisten kann. Meist nimmt man als Bewohner eines Ortes dessen Besonderheiten ja gar nicht so richtig wahr. Für mich und viele meiner Kollegen im Hotel König Albert ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass in Bad Elster kulturell ständig etwas los ist. Dass hier Musiker aller Genres Konzerte geben, dass man hier Violin-Virtuosen ebenso hören kann wie Jazz-Künstler oder Rockbands. In der TV-Sendung wird deutlich, dass dahinter viel Arbeit und Engagement sowie ein kluger Schachzug stecken.

Foto: CVG

Was Drache und Stollen miteinander zu tun haben

In der Winterzeit kann man im Hotel König Albert den „Drachenstollen“ der Feinbäckerei Wunderlich als Mitbringsel erwerben. Nun sind Drachen – diese feuerspeienden Sagenwesen – von dem Weihnachtsgebäck auf den ersten und auch auf den zweiten Blick so weit entfernt wie Palmen von Schnee oder wie Kokosnüsse von Tannenbäumen. Ich habe deshalb den Bäckereibesitzer Erik Wunderlich gefragt, was es mit dem Drachenstollen auf sich hat: Dieser Stollen wird nach dem Backen zwei Wochen lang in der Drachenhöhle Syrau gelagert. Diese Tropfsteinhöhle liegt knapp 40 Kilometer nördlich von Bad Elster und wurde vor 90 Jahren durch Zufall entdeckt. „Durch die konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent in der Höhle bei ca. zehn Grad ‚reift’ der Stollen bei optimalen Bedingungen“, so die Antwort von Erik Wunderlich. „Das heißt, er erhält eine sehr weiche Kruste, die ihn von den anderen Stollen unterscheidet.“ Bleibt nur noch zu ergänzen, dass man der Höhle ihren Namen aufgrund einer alten Sage gab, nach der einst ein Ungeheuer in Syrau gehaust haben soll. Heute ist die Drachenhöhle eine Touristen-Attraktion (Film Drachenhöhle) und der in ihr gereifte Stollen eine vogtländische Spezialität, die es mit Rosinen oder Cranberry gibt.

Stollen auf dem Prüfstand

Kennen Sie das auch? Sie riechen einen speziellen Duft und schon fällt Ihnen eine ganz besondere Situation ein? Das ging mir letztens wieder so, als ich einen frischen Stollen anschnitt… Das Aroma von Mandeln und Rum erinnerte mich an die außergewöhnliche Aktion, die wir im vergangenen Winter im Hotel König Albert hatten: Damals waren wir die Gastgeber der offiziellen Stollenprüfung und hatten den Stollen-TÜV im Haus.
21 Bäcker brachten ihre köstlichen Kreationen nach Bad Elster und richteten das für das Vogtland und Sachsen so typische Weihnachtsgebäck höchst appetitanregend in unserer Lobby an. Wer Hunger hatte, konnte einem leid tun, denn die hervorragenden Stücke waren erstmal nicht für uns zum Verzehr bestimmt… Stollenprüfer Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut waltete seines Amtes und verkostete jeden einzelnen der 36 angebotenen Stollen. Er bewertete Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und Krumenbild, Struktur, Elastizität, Geruch und Aroma. Sein Testergebnis konnte sich sehen lassen: Mehr als 83 Prozent der Stollen erhielten die Note „sehr gut“ und damit die Höchstpunktzahl 100. „Ein Spitzenresultat“, freute sich der Stollenprüfer. „In Sachsen kann man schon immer gut Stollen backen, aber diese hohe Quote an Produkten mit voller Punktzahl wie sie im Vogtlandkreis erzielt wurde, ist selten.“
Selbstverständlich kommen unsere Gäste auch in diesem Jahr in den Genuss der köstlichen und prämierten Vogtlandstollen: Auf dem Frühstücksbuffet finden sie Weihnachtsstollen der Feinbäckerei Wunderlich aus Schreiersgrün und als Souvenir können sie sich den „Drachenstollen“ mit nach Hause nehmen. Was es damit auf sich hat, berichte ich beim nächsten Mal.

Aschenbrödel in Bad Elster und Moritzburg

Für viele gehört er zu Weihnachten wie der geschmückte Baum: der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ hat Kultstatus. Vom 10. bis 12. Dezember gastieren die Landesbühnen Sachsen mit dem gleichnamigen Musical im König Albert Theater in Bad Elster. Die Inszenierung von Manuel Schöbel wird mit zahlreichen Songs und der originalen Filmmusik von Karel Svoboda auf die Bühne gebracht. Eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit!

Der tschechisch-deutsche Märchenfilm wurde übrigens 1973 auf Schloss Moritzburg gedreht. Die beeindruckende Schlossanlage liegt rund 15 Kilometer nördlich von Dresden und sieht so aus, wie man sich ein Märchenschloss vorstellt: dicke trutzige Mauern, runde Türme, gekrönt von roten Dach-Mützen, eine große Teichlandschaft und ein ausgedehnter Schlosspark drumherum – kein Wunder, dass die Filmcrew dort eine ideale Szenerie vorfand. In den Wintermonaten gibt es auf Schloss Moritzburg immer eine Ausstellung zum Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, in diesem Winter hat sie bis 25. Februar 2018 geöffnet. Besucher erfahren dabei Hintergrundgeschichten zum Dreh, entdecken nachgestellte Filmszenen, Originalkostüme und Requisiten. Zudem läuft ein umfangreiches Begleitprogramm mit Filmvorführungen, historischem Tischtheater, Backofentagen in der Schlossküche und abendlichen Rundgängen mit dem Kurator der Ausstellung. Der 3-Haselnüsse-Ball am 17. März 2018, bei dem man sich wie in die Ball-Szene gebeamt fühlt, beendet dann die Aschenbrödel-Saison.
Foto: Schloss Moritzburg im Schnee – Bild: Schlösserland Sachsen, Hilsky (www.schloesserland-sachsen.de)

Neues vom Moosmann

Vor kurzem habe ich vom Moosmännel berichtet, einer Sagengestalt aus dem Vogtland, die hier sehr gegenwärtig ist. Klaus Schädlich, der sich seit langer Zeit mit dieser Figur beschäftigt und Moosmännchen aus Utensilien, die er im Wald findet, herstellt, hat mir nun Fotos seiner Kreationen geschickt. Auch weiteres Infomaterial zur Sage hat er in die Post gesteckt. Seinen Forschungen nach waren die Waldgeister nicht größer als dreijährige Kinder und lebten im undurchdringlichen Dickicht – hohle Bäume und Felsspalten boten ihnen ein Quartier. „Der Wilde Jäger war ihr schlimmster Feind“, so der Moosmannschnitzer. „Vor ihm schützte nur ein Baumversteck, in das drei Kreuze geschlagen wurden. Darum baten die Moosleutchen die Holzhauer, diese Zeichen in den Baumstock zu schlagen und dankten es ihnen mit Laub, Holzspäne oder Tannenzapfen, die sich später in Gold verwandelten.“ Wer heute durch das Vogtland reist, sieht sicher das eine oder andere von Klaus Schädlich liebevoll geschnitzte Moosmännel in den Fenstern stehen.
Foto: Norman Timpe

Mit Moving Shadows durch die Welt

Die Kuppen des Zeige- und Mittelfingers auf die Daumenspitze pressen, den Ring- und kleinen Finger abspreizen – eine Lichtquelle und schon tanzt ein Reh an der Wand. Diese Schattenfigur habe ich als Kind gerne kreiert. Für die Show der Mobilés hätte sie mich nicht qualifiziert 😉 Diese Künstler haben das Schattentheater perfektioniert und kommen mit ihrer Show „Moving Shadows“ am 2. Dezember zu uns nach Bad Elster! Nur mit ihren Körpern, die sie artistisch verbiegen, formen sie in fließenden Bewegungen wunderschöne Bilder – da entstehen plötzlich Stadtsilhouetten, lösen sich auf und werden zu Elefanten und Giraffen. Da fährt ein Paar in einer Vespa durch Europa, erklimmt einen Berg und nimmt für die letzte Etappe den Hundeschlitten. Am Ende der Reise verwandelt sich dieser in einen See mit Enten, die der Mann füttert… Das alles passiert in wenigen Minuten, eine Szene geht in die andere über, so, als würde man einen Film sehen. Die Mobilés sind absolut faszinierend, haben zahlreiche Preise eingeheimst und waren schon einige Male im Fernsehen zu sehen. Ich bin auf ihre Live-Show sehr gespannt und freue mich riesig auf das Spektakel!
Foto: Mobilé Unternehmenstheater & Showproduktion

Wenn der Moosmann in die Sauna geht

In der Saunawelt, die man über den Bademantelgang des Hotel König Albert erreicht, ist sie der Hotspot: die Moosmann-Sauna, die heiße 110°C auf das Thermometer bringt. Der Name stammt von einer vogtländischen Sagengestalt, die ich sehr nett finde, dem Moosmännel.
Moosmann und Moosfrau leben – der Legende nach – in den tiefen Wäldern des Vogtlandes und sind kleine, dem Menschen freundlich gesonnene Gesellen. Tut man ihnen Gutes, wird man mit etwas Laub belohnt, das sich zuhause dann in pures Gold verwandelt. Im Winter, wenn es draußen zu kalt wird, suchen die Moosmännel bei den Menschen Unterschlupf und feiern die Weihnachtszeit mit ihnen. Das bedeutet, ihre Saison kommt bald wieder! In der Sauna habe ich zwar noch keines entdeckt, aber dafür gibt es sie aus Holz geschnitzt als hübsches Deko-Element. Klaus Schädlich aus Rodewisch ist Moosmannschnitzer und hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Seit vielen Jahren schafft er in liebevoller Detailarbeit Moosmänner und Moosfrauen aus Naturmaterialien und bringt die kleinen Wichte so in die Wohnräume.

Bad Elsters Rosengarten – damals und heute

Drei schicke Damen in langen Kleidern, verzierte Hüte auf den Hochsteckfrisuren, die Sonnenschirme elegant haltend, wandeln gemächlichen Schrittes den Kiesweg entlang – über ihnen dunkles Grün, links und rechts leuchtende Farbtupfer. Schaut man sich das Wandpaneel, das jedes Zimmer des Hotel König Albert schmückt an, taucht man unwillkürlich in eine längst vergangene Epoche ein. Als Bad Elster der Hot Spot der High Society war und die noble Gesellschaft hier zur Kur weilte. Nach der Trinkkur oder dem Moorbad spazierten die Damen durch den Rosengarten, genossen die Luft, die Blütenpracht und Ruhe… „Der Printdruck greift eine nostalgische Postkarte auf“, erzählte mir Dipl.-Ing. Katrin Huber, die als Innenarchitektin für die Gestaltung der Zimmer zuständig war. Damit knüpften die Designer des Hotel-Neubaus an die Historie Bad Elsters an, das eine lange Tradition als Sächsisches Staatsbad hat.
Dank eines EU-Projektes können heutige Gäste des Hotel König Albert wieder in den Genuss des Rosengartens kommen. Die Anlage wurde vor fünf Jahren wie anno 1883 rekonstruiert. So gibt es ein großes Rundbeet mit einer Dattelpalme und rund 200 Rosenstöcken. Und wie auf dem Wandgemälde bilden Rosen und Pflanzen Ornamente entlang des Weges.

5 Dinge, die Irland und das Vogtland gemeinsam haben

Der bevorstehende Auftritt von The Cluricaune, einer Irish-Folk-Band, nächste Woche in Bad Elster hat mich dazu gebracht, wieder einmal die Bilder von meinen Irland-Aufenthalten anzusehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich mein erklärtes Lieblings-Reiseziel und das Vogtland in einigen Punkten sehr ähneln!

– Die Farbe grün: Beide werden von saftigen Wiesen dominiert. Nicht umsonst nennt man Irland auch die Grüne Insel und wenn man durch das Vogtland fährt, sieht man viele sanfte grüne Hügel, die sich aneinanderschmiegen. Ob Irish Tourist Board oder der Tourismusverband Vogtland – beide werben mit grünem Signet.
– Die Schafe: Diese Landschaft ist natürlich für die Haltung von Schafen prädestiniert. In Irland so sagt man, gibt es mehr Schafe als Menschen und im Vogtland waren es die wolligen Tiere, die die Basis für die so wichtige Textilproduktion schufen.
– Die Kartoffel: In Deutschland waren es die vogtländischen Bauern, die als Erste die nahrhafte Knolle anbauten, die noch heute einen hohen Stellenwert auf dem Speiseplan hat. Für die Iren hat die Kartoffel eine noch größere Bedeutung. Für die vielen armen Bauern war sie lange Zeit das Nahrungsmittel, das das Überleben sicherte. Als ein Pilz über Jahre die Ernten zerstörte, kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Great Famine, der Großen Hungersnot, die einschneidende Folgen hatte: eine Million Iren starben, zwei Millionen wanderten aus. Noch heute ist die Great Famine in den Köpfen der Iren und Kartoffeln werden oft und in vielen Variationen gegessen.
– Der Rhododendron: Während die wunderschön blühende Pflanze in Bad Elster mit ihrer Blütenpracht alle erfreut, sind die immergrüne Gewächse in Irland eine Plage, da sie die einheimische Flora verdrängen. Seit Jahrzehnten versuchen die Iren dieser Herr zu werden. Im Killarney Nationalpark wurden bereits 700.000,- Euro für die Bekämpfung investiert! Und Anfang des Jahres forderte ein Abgeordneter gar einen Militäreinsatz gegen die Pflanze!
– Die Musik: Viele Iren sind sehr musikalisch und singen gerne. Ich kann mich noch an meine erste Tour über die Insel erinnern, als der Fahrer des Kleinbusses immer fröhlich traditionelle Lieder sang und seine Passagiere damit bestens unterhielt. Auch im Vogtland spielt Musik eine zentrale Rolle. Markneukirchen, nur wenige Kilometer von Bad Elster entfernt, ist der Musikwinkel Deutschlands. Der Ort ist das Zentrum des Orchester-Instrumentenbaus – Hersteller nahezu aller Musikinstrumente finden sich hier und die Leute sind entsprechend musikalisch.

The Cluricaune kommt übrigens nicht aus Irland, sondern aus dem nicht weit vom Vogtland entfernten Limbach-Oberfrohna. Der Bandname bezieht sich auf einen Gnom aus der irischen Mythologie. Vielleicht fallen mir beim Konzert noch einige weitere Dinge auf, die Irland und das Vogtland gemeinsam haben. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Irish Folk-Abend am 1. August im Theatercafé des König Albert Theaters.

Sauna im Sommer?

Der Sommer ist angekommen in Bad Elster – mit herrlichem Sonnenschein und heißen Temperaturen. Die meisten unserer Gäste schnappen sich gleich nach dem Check-in die Badetasche, die bei ihrer Ankunft schon fertig gepackt im Zimmer steht, und los geht’s ins Albert Bad. 10.500 qm Wellness-Landschaft mit 1.000 qm erfrischender Wasserfläche – wie kann man den Urlaub schöner beginnen, als mit ein paar Runden im kühlen Nass?
Nun gibt es auch zahlreiche Saunen im Albert Bad und der Soletherme, die direkt am Hotel König Albert angeschlossen sind. In letzter Zeit haben mich einige Gäste gefragt, ob man denn einen Saunagang auch im Sommer empfehlen kann. Ich habe diese Frage an Silvia Sommer weitergegeben. Die immer gut gelaunte Dame mit dem passenden Namen ist Abteilungsleiterin Therapie & Gesundheit bei der Sächsischen Staatsbäder GmbH und genau die richtige Ansprechpartnerin dafür. Ihre Antwort lautet: Ja, auf jeden Fall! Denn auch im Sommer ist der Körper durch Zugluft und klimatisierte Räume anfällig für Erkältungen. Und wer regelmäßig in die Sauna geht, stärkt seine körpereigene Abwehr. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Körper durch regelmäßiges Saunieren lernt, sich rasch auf extreme Temperaturschwankungen einzustellen. Das hat den positiven Effekt, dass schwüle Sommertage nicht mehr als so anstrengend und ermüdend empfunden werden. Und zum Dritten wird die Durchblutung gefördert. Das plötzliche Zusammenziehen der Hautgefäße beim Abkühlen durch einen kalten Guss oder Eis strafft die Haut und kurbelt auch die Entschlackung an. So werden Wasserablagerungen vermieden.
Apropos Wasser: Natürlich sollte man beim Saunieren gerade im Sommer viel trinken!
Also auf geht’s zu einer gesunden Runde Extra-Schwitzen!

Foto: Sächsische Staatsbäder GmbH/ I.Pastierovic