Dirigent im Küchentrakt

Gute Entscheidungen werden oft bei einem genussvollen Essen getroffen. Auch die Idee, in Bad Elster ein Hotel zu eröffnen, wurde in geselliger Runde bei köstlichen Speisen besiegelt. Und unser heutiger Küchenchef war der Auslöser dafür. Aber von Anfang an: Josef Kloiber stammt aus dem Burgenland, ist seit nahezu 40 Jahren Koch aus Leidenschaft und kann sich keine andere Beschäftigung vorstellen. Nach seiner Ausbildung in der österreichischen Heimat, war Josef in Restaurants und Hotels in verschiedenen touristischen Regionen des Landes tätig. Das Zillertal, der Mondsee, die österreichische Hauptstadt und Linz waren unter anderem seine Stationen, bevor er 2010 aus persönlichen Gründen ins Vogtland kam. Im Restaurant Convivo, das er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Marion Stahl führte, fanden die ersten Treffen der österreichischen Investoren statt, die darüber diskutierten, ob sich Bad Elster als Standort des neuen Hotel König Albert eigne. Seine Kochkünste haben sicherlich dazu beigetragen, dass man sich in dem Ort sofort wohlfühlte und beschloss, das Vier-Sterne-Superior-Haus hier zu eröffnen… Und wie kommt Josef nun in unsere Küche? Nun, als die Betreiber des Hotel König Albert im Herbst 2016 von seinen Plänen hörten, das Restaurant Convivo zum Jahresende zu schließen, engagierten sie ihn als Küchenchef. So kommen nun glücklicherweise die Gäste des Hauses und die Geschäftsführer in den Genuss der Kochkünste des Österreichers.

TV-Lady begrüßt Gäste

Manche unserer Gäste schauen erstaunt, wenn sie bei ihr einchecken: Vielen Vogtländern ist das Gesicht unserer Kollegin an der Rezeption aus dem TV vertraut. Carolin Brüch arbeitete 17 Jahre lang beim Vogtland Regional Fernsehen als Moderatorin. Wie bitte kommt man vom Fernsehen ins Hotel? „Eine wesentliche Aufgabe beim TV von mir war es, Neues zu entdecken und der Neubau des Hotels König Albert in Bad Elster war ein wichtiges Ereignis“, erzählte mir Carolin kurz nachdem sie in unserem Team startete. „Ich lernte die Mannschaft kennen, als sie noch sehr klein war und nur aus drei Personen bestand. Von Anfang an hat es mich fasziniert, wie sie das Projekt des Hotelneubaus angegangen sind. Sie sind mit so viel Enthusiasmus und Herzlichkeit dabei, die sich auf das ganze Haus übertragen, und strahlen eine große Anziehungskraft aus.“
Ganz schnell stand für Carolin Brüch fest, dass ihre Zukunft im Hotel König Albert liegt. „Ich wollte noch einmal etwas Neues und ganz anderes machen als vorher. Dabei aber nicht hinter dem Schreibtisch versauern, sondern mit Menschen arbeiten. Ich brauche den Kontakt zu Leuten, will ihre Reaktion sofort sehen und ihre Emotionen spüren, die neue Aufgabe an der Rezeption ist wunderbar.“ Die Plauenerin zog für die Anstellung nach Bad Elster – eine Entscheidung, die ihr nicht schwerfiel, denn ihr Lebensgefährte stammt aus der Kultur- und Festspielstadt.
Für unsere ankommenden Gäste sind Carolin Brüch und ihre Kolleginnen die ersten Ansprechpartner im Hotel und in Bad Elster. Und die ehemalige Fernseh-Mitarbeiterin hat immer einige Tipps für jeden. „Ob Familien mit Kindern, junge Leute oder Rentnerpaare – in Bad Elster und im Vogtland gibt es so viel Schönes und Spannendes zu entdecken. Wir haben hier eine wunderbare Region, die Menschen sind herzlich und gastfreundlich, man hat Ruhe und dennoch viele verschiedene Freizeitmöglichkeiten.“

Hollywood im Hotel König Albert

Zugegeben, wir waren alle recht nervös, allen voran unsere Hauptdarsteller. „Bleibt ganz natürlich und beachtet mich einfach nicht“, die Anweisungen des Regisseurs Gernot klangen leichter als sie letztendlich waren. Denn auch bei der vierten oder fünften Wiederholung einer Szene, weiß man, dass jeder Schritt, jede Geste, jeder Blick eingefangen und festgehalten wird. Hut ab vor unserem Pärchen, das noch keinerlei Kamera-Erfahrung hatte und den Dreh nahezu wie Profi-Models meisterte. Mit dem Film soll gezeigt werden, wie ein perfekter Tag im Hotel König Albert in Bad Elster aussehen kann – und so checkten unsere Protagonisten für das Royal-Angebot ein, freuten sich über ihre schicke Suite, genossen eine Fahrt mit dem Oldtimer, ein Picknick im Grünen, das geniale Schweben in der Soletherme und natürlich ein köstliches Candle Light-Dinner. Selbstverständlich stets verfolgt von Gernot und dem Filmteam… Bei den Aufnahmen am historischen Naturbad von 1906 wurde sogar eine Drohne, ein Quadrocopter eingesetzt, der über das Pärchen düste (Drohnenflug: Making_of_). Das Ergebnis der dreitägigen Aktion kann sich sehen lassen: zukünftige Gäste entdecken im Film, was sie alles im Hotel König Albert erleben können.

Was macht eigentlich eine F&B-Managerin?

Jede Branche hat ihre eigenen Fachbegriffe, die Außenstehenden wenig sagen. Bevor ich anfing, für das Hotel König Albert in Bad Elster zu arbeiten, wusste ich beispielsweise nicht, welche Aufgaben ein F&B-Manager hat. Im „HKA“ – so kürzen wir intern unseren Arbeitgeber ab – hat Nicole Schädlich diese Position inne. Wir nennen sie auch die „britische Vogtländerin“, da sie lange Zeit in London und Südengland lebte, um „auf unkomplizierte Art Englisch zu lernen“, wie sie mir erzählte. Das hat so gut funktioniert, dass sie sogar einen britischen Akzent hatte, als sie wieder im Vogtland war und für das Hotel König Albert als F&B-Managerin anfing. Mittlerweile hört man wieder, dass sie aus Oelsnitz stammt, das keine 20 Kilometer von Bad Elster entfernt liegt.
Aber nun zu ihren Aufgaben: F&B steht für Food & Beverage, also Speisen und Getränke, das heißt, Nicole ist für alles zuständig, das mit Essen und Trinken zu tun hat. Bereits Monate, bevor das Hotel König Albert eröffnete, suchte sie – zusammen mit Marc Cantauw, dem Hoteldirektor – das Equipment aus und bestellte all die kleinen und großen Dinge, die für einen rundum gelungenen Genuss nötig sind: von den Weingläsern über das Besteck bis zu den Kaffeemaschinen. „Es war so, als würde man ein neues Haus einrichten und nichts, aber auch gar nichts haben – da merkt man erst, was man tagtäglich alles braucht.“
Nicole Schädlich sorgt auch für die köstlichen Tropfen, die die Gläser der Gäste füllen und im Weinschrank lagern. Sie ist für den Nachschub an Säften und Kaffee ebenso verantwortlich wie für die Digestifs und Liköre, sie schult und beaufsichtigt das Servicepersonal des Restaurants und hilft oft mit, um die Gäste mit den köstlichen Gerichten aus der Küche zu verwöhnen.

Baustellen-Blues…

Ehrlich gesagt, hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt, als ich das erste Mal zum Vorstellungsgespräch nach Bad Elster kam. Es war wohl einer der heißesten Tage im Sommer 2015, als Deutschland wie unter einer Hitzeglocke schmorte. Das Thermometer zeigte über 30 Grad und im Regionalexpress funktionierte die Klimaanlage nicht, weil die Passagiere die kleinen Fensterchen öffneten, um den vermeintlich kühlen Fahrtwind einzulassen. Gut, dachte ich mir, in dem Büro, in dem das Meeting stattfindet, werden sicher angenehmere Temperaturen herrschen. Doch als Marc Cantauw, der Hoteldirektor, der mich zuvorkommend vom Bahnhof abgeholt hatte, sein Auto vor übereinander gestapelten Containern, die mit einem Holzgerüst verbunden waren, parkte, dämmerte mir, dass diese Vorstellung ein Irrglaube war.
Am Schild „Baustelle für Unbefugte verboten“ vorbei, über staubige Steine und Kies, eine Holztreppe hoch – schon waren wir im Refugium des Hoteldirektors. Im Container standen zwei Schreibtische, mehrere Regale mit Ordnern, Kartons mit Muster-Geschirr und eine Besprechungsecke. Und das Hotel-Team bestand – inklusive Marc Cantauw – aus drei Leuten. Mein Blick aus dem Containerfenster fiel auf graue Betonwände, auf denen Arbeiter mit orangefarbenen Helmen auf dem Kopf wie Ameisen wuselten. Wie in aller Welt sollte aus diesem Drunter und Drüber in wenigen Monaten ein Hotel entstehen? Ein Vier-Sterne-Superior-Haus, in dem die Gäste ein und aus gehen, sich entspannen und genießen?
Auch wenn meine Phantasie nicht ausreichte, mir das damals schon vorzustellen – Marc Cantauw und sein mittlerweile 50köpfiges Team haben es geschafft und das Hotel König Albert ist eines der besten Häuser im Vogtland und Sachsen, über das ich an dieser Stelle in der nächsten Zeit mehr berichten werde.